Jeder stellt sich Gott irgendwie vor – oft als alten Greis mit weißen Haaren. Neulich hatte ich eine hitzige Diskussion darüber, ob Gott überhaupt einen Körper hat. Dabei flogen Bibelstellen durch den Raum, besonders die hier:
"Du sollst dir kein Bildnis machen!"
(2. Mose 20,4)
Diese Stelle wird oft zitiert, als wäre jede Vorstellung von Gott falsch. Aber so wie ich sie verstehe, geht es hier vor allem um greifbare, physische Bilder – also Holzschnitzereien, Götzen, gemalte Abbilder. Nicht unbedingt um geistige Vorstellungen. Und ich glaube, es ist menschlich und sogar unvermeidlich, sich Gott in irgendeiner Form vorzustellen.
"Gott ist Geist."
(Johannes 4,24)
Das wird oft als Argument genommen, dass Gott keinen Körper haben kann. Ich sehe das anders: Der Heilige Geist ist natürlich Geist. Aber er ist auch Gott.
"Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, des HERRN Thron ist im Himmel."
(Psalm 11,4)
Wenn Gott einen Thron hat, stellt sich die Frage: Ist das nur symbolisch? Oder gibt es da einen tatsächlichen, geistlichen Ort – dreidimensional, real im übernatürlichen Sinn?
Diese Vorstellung wird gestützt durch Szenen, in denen himmlische Wesen sich buchstäblich vor Gott versammeln:
"Und es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um sich vor den HERRN zu stellen, und der Satan kam auch unter ihnen."
(Hiob 1,6)
Hier sehen wir, dass es offenbar eine Art Versammlung vor Gottes Thron gibt – ein Ort, an dem selbst der Satan erscheinen muss.
"Ich sah den HERRN auf seinem Thron sitzen, und das ganze himmlische Heer stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken."
(1. Könige 22,19 / Micha spricht prophetisch)
Auch hier wird Gott auf einem Thron gezeigt, umgeben von einem geordneten Hofstaat. Das klingt für mich nach mehr als reiner Symbolik.
Gott war auch, so wie ich es verstehe, an zwei Stellen direkt auf der Erde:
"Da kam der HERR herab auf den Berg Sinai, auf die Spitze des Berges; und der HERR rief Mose auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf."
(2. Mose 19,20)
"Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl wurde."
(1. Mose 3,8)
Gott „ging“ – das deutet für mich auf Bewegung hin, etwas Körperliches.
Und wer geht, kann auch sitzen. Und wer sitzt, hat ein Becken – also eine Form.
"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn."
(1. Mose 1,27)
Ob das nun körperlich oder geistlich gemeint ist – es bleibt offen. Aber für mich zeigt es: Es gibt eine gewollte Ähnlichkeit. Und das macht die Vorstellung, dass Gott auch „Gestalt“ hat, nicht abwegig.
Wer bin ich als Mensch, dass ich vorschreiben könnte, wie Gott auszusehen hat – oder ihn überhaupt fassen zu wollen? Andererseits mag ich die Vorstellung nicht, dass sich Gott unserem Bewusstsein komplett entzieht.
Wir sind als ewige Wesen geschaffen worden. Dieser Leib war ursprünglich dafür gedacht, ewig mit Gott zu existieren – samt Verstand und Bewusstsein. Schließlich hatten wir ja auch die Wahl, vom Baum des Lebens zu essen.
"Und nun, dass er nur nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!"
(1. Mose 3,22)
Gott wählte den Garten Eden als Paradies – ein Ort, an dem Mensch und Gott in Gemeinschaft lebten. Für mich ein Hinweis, dass auch der Himmel ein realer Ort ist. Nicht nur symbolisch, sondern mit echten Dimensionen.
Wenn Hiobs Geschichte (Hiob 1) zeitlich parallel zur Erde abläuft – Satan geht hin und her, dann tritt er vor Gott –, ergibt das nur Sinn, wenn es eine gewisse Zeitstruktur auch im Himmel gibt. Vielleicht nicht wie unsere, aber zumindest nicht völlig losgelöst.
Was ist eure Meinung? Schreib’s in die Kommentare.
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